Jungtierbesprechung für den Bereich Ost

Mit dem Fortschreiten des Kalenderjahres wird es im Züchteralltag zunehmend spannender – Entsprechen die Jungtiere in ihren Rassekriterien den eigenen Vorstellungen, ist ein Zuchtfortschritt zum Vorjahr zu erkennen, in welcher Konkurrenz werden die Tiere bestehen? Die jetzt noch vorhandenen Tiere weisen kaum grobe Fehler in bereits gut zu erkennenden Positionen wie Kammschnitt, Kehllappenbeschaffenheit, Fußwerkausprägung etc. auf, da während der Aufzucht durch Züchterhand schon selektiert wurde. Bezüglich der Feinheiten in Figur, Farbe und Zeichnung bleibt die weitere Entwicklung zumeist noch abzuwarten. Um über diese Rassefeinheiten zu diskutieren und Tiere in ihrem Rassewert einzuschätzen finden die jährlichen Tierbesprechungen unseres SV´s statt. Am 13. September 2008 trafen sich die Züchter des Bereichs OST in Reudnitz. 45 Züchterinnen und Züchter, sowie einige Ehefrauen fanden den Weg nach Reudnitz, wo wir Federfußfreunde, ebenso wie unsere Lieblinge sehr gute Rahmenbedingungen vorfinden konnten. In seinen Begrüßungsworten betonte unser SV-Vorsitzender Arno Löser die Bedeutung der regionalen Tierbesprechungen und wünschte der Veranstaltung einen angenehmen Verlauf. Gleichfalls hießen die Zfrd. Feustel und Winkler die Züchtergemeinschaft willkommen.

Die mit gebrachten 110 Jungtiere, in den klassischen und eher seltenen Farbenschlägen, zeugten von der züchterischen Aktivität der Teilnehmer. Erfreulich war, dass mehrere Zfrd. die bärtige Variante unserer Rasse präsentierten. Die Tierbesprechung wurde in zwei Gruppen durchgeführt, wodurch genügend Zeit für ausführliche Erläuterungen zu den einzelnen Tieren vorhanden war. Die anwesenden Sonderrichter diskutierten gemeinsam mit den Züchtern über die betrachteten Rassemerkmale. Letztgenanntes ist ein wesentlicher Aspekt für eine zufrieden stellende Bewertungsarbeit unserer Sonderrichter. Im Gespräch unter den Sonderrichtern und zwischen Sonderrichter und Züchtern werden die Feinheiten der Farbenschläge diskutiert, allgemeine Trends innerhalb der Farbenschläge festgestellt und somit wird die Basis einer zuchtstandsbezogenen Beurteilung geschaffen. Beispielsweise stand in Reudnitz bei unserem neu anerkannten Farbenschlag Orangehalsig die Hals- und Sattelbehangfarbe zur Diskussion. In den kommenden Jahren muss auf einen etwas helleren und leuchtenderen Farbton, der im Standard „hell orangefarbig“ geforderten Gefiederteile hingearbeitet werden, um eine noch deutlichere Differenzierung zum goldhalsigen Farbenschlag zu erzielen. Desweiteren muss auf möglichst rein hellgelbe Flügeldreiecke bei den Hähnen geachtet werden. In den sonstigen Merkmalen konnte dieser Farbenschlag aber gefallen.

Arno Löser verwies bei der Besprechung der porzellanfarbig gezeichneten Farbenschläge nochmals auf das Kräfteverhältnis zwischen Grundfarbe und Tupfe mit Perle (2/3 zu 1/3). Wichtig ist hierbei, dass das genannte Verhältnis nicht grob verletzt wird. Kleinere Abweichungen bezüglich der Perlengröße sind in Zucht porzellanfarbiger Federfüße seit jeher vorhanden und ganz normal. Entscheidend für eine korrekte Alttierzeichnung ist, wie stark sich der Weißanteil, also die Perle, nach dem Mauserzyklus erhöht. Und dieser, genetisch festgelegter, Grad der Zunahme ist keinesfalls in jeder Zucht gleich. Deswegen ist es möglich, dass auch Tiere mit relativ ausgeprägten Perlen im Jungtiergefieder, eine absolut korrekte Alttierzeichnung bekommen können, wenn sich die Perle nach der Mauser ins Alttiergefieder nicht arg vergrößert. Auch kann es geschehen, dass Jungtiere mit nur knapper Perle als Alttier aufgrund zu grob ausgeprägten Perlen versagen. Diese Thematik ist also sehr individuell. Deswegen sollte auch eine gewisse Varianz in der Ausprägung der weißen Gefiederteile bei der Bewertung hingenommen werden. Entscheidend ist aber allenfalls eine korrekt-birnenförmige Tupfe mit einer am Federende ordentlich eingesetzten, rein weißen Perle (in Vollendung gegenwärtig nur bei den Gold-porzellanfarbigen anzutreffen). Soweit zu den Ausführungen von Arno Löser.

Bei der Besprechung der anderen Farbenschläge standen die typischen Federfußattribute, wie volle Figur mit genügend Standvolumen bei voller Brustausformung und runder Rückenlinie, im Vordergrund. Bezüglich dieser Merkmale sollte aber vermerkt sein, dass sie zumeist erst im ausgereiften Alter, nach der Käfiggewöhnung, entsprechend der genetischen Veranlagung voll zur Geltung kommen. Weiterhin kamen die Themen der Außenkrallenproblematik, der Kopfpunkte und Feinheiten der Fußbefiederung zur Sprache. Nachdem die Besprechung vom Mittagessen unterbrochen wurde, besichtigten Interessierte die Zuchtanlage von Zfrd. Feustel mit vielerlei Geflügelarten. Es folgte die Besprechung der restlichen Tiere und ein leckeres Kaffeetrinken in gemütlicher Runde.

Für die tolle Organisation dieser Veranstaltung sei den Ausrichtern an dieser Stelle nochmals gedankt.

Ruben Schreiter

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