Der folgende Beitrag wurde in der Landesverbandsinformation 2010 des LV Thüringen veröffentlicht.

Federfüßige Zwerghühner sind auch für Anfänger gut geeignet

Arno Löser gibt Tipps und stellt die Rasse vor

Unsere Federfüßigen Zwerghühner sind eine der ältesten, wenn nicht die älteste Kulturrasse überhaupt. Deutsche Züchter haben sich so um die Zeit von 1860 - 1870 um die Federfüßigen Zwerghühner bemüht, die aber noch sehr vereinzelt und in großer räumlicher Trennung. Dies hatte zur Folge, dass sich die Tiere rein äußerlich doch sehr unterscheiden. Die im Jahre 1911 erfolgte Gründung der „Vereinigung der Züchter Federfüßiger Zwerghühner", dem Vorläufer unseres heutigen Sondervereins bescherte den Federfüßigen Zwerghühnern eine tatkräftige Züchtergemeinschaft, die diese Rasse ständig erfolgreich bis in unsere heutigen Tage begleitet. Die Rassebezeichnung Federfüßige Zwerghühner wurde ab der Gründung des Sondervereins 1911 eingeführt. Aus dieser Zeit resultiert auch die erste Musterbeschreibung, die bis auf Farbenschlagergänzungen bis heute keine grundlegenden Änderungen erfahren musste. Der Erste, aber ganz besonders der Zweite Weltkrieg haben den Züchtern und ihren Federfüßigen Zwerghühnern sehr große Verluste zugefügt. Der Zweite Weltkrieg wurde zwar auf dem Papier 1945 beendet, durch die Teilung Deutschlands kam es gezwungenermaßen zu zwei Sondervereinen. Obwohl beide SV den Standard buchstabengetreu beibehalten haben, ist es in den Jahren der Trennung doch dazu gekommen, dass es Unterschiede gab. Besonders die Dreifarbigen zeigten im Gebiet der SZG bessere Zeichnungen, die Tiere des Züchter des SV den besseren Typ. Bei den einfarbigen Federfüßigen Zwerghühnern gab es keine und wenn auch nur ganz geringe Unterschiede. Die Wiedervereinigung unseres Vaterlandes im Jahre 1989 brachte uns wieder einen gemeinsamen Sonderverein. Es war ein neues Zusammenseinwollen ohne Probleme. Unsere schönen Federfüßigen Zwerghühner haben in all den Jahren an Ausstrahlungskraft und Faszination nicht verloren. Dafür sprechen die zurzeit 320 SV-Mitglieder, die sich mit dem Urzwerghuhn beschäftigen.
Oft höre ich von Uneingeweihten die Frage “Was züchtest Du?" Auf meine Antwort: „Federfüßige Zwerghühner" höre ich dann: Die hatte ich in meinen jungen Jahren auch." Ich auch - aber ich habe sie nach 58 Jahren immer noch. Sie sind eben nicht nur etwas für Anfänger, sie sind auch etwas für ein Leben lang. Wenn die Wahl auf Federfüßige Zwerghühner gefallen ist, so ist es aufgrund der guten Verbreitung der Rasse auch nicht schwer, sich diesen Wunsch zu erfüllen. Der SV führt auf seinen Internetseiten www.federfuss.de eine Liste mit Namen von Züchtern und den von ihnen gezüchteten Farbenschlägen.

 Leichte Aufzucht und Haltung
Die Eier der Federfüßigen Zwerghühner sind kunstbrutfest. Die Aufzucht der Küken bereitet keine Probleme. Sie stellen keine anderen Ansprüche, was Raumtemperatur und Fütterung anbelangt als sonstiges Hühnergeflügel. Was die Fußbefiederung betrifft, so ist eine besondere Pflege unumgänglich. Für die Einstreu im Kükenstall eignet sich Hächselstroh-Hobelspäne-Gemisch, auch kann feiner Sand Verwendung finden. Kommen Hobelspäne zum Einsatz, sollten diese gereinigt sein, da in den Spänen befindliches Schleifmehl zu Augenentzündungen führen kann. Besonders in den ersten drei Lebenswochen kann es vorkommen, dass sich Kot um die Zehenspitzen der Küken schließt. Bleibt selbiges unerkannt, können die betroffenen Zehenspitzen absterben. Stellt man derartiges fest, muss vorsichtig beim Entfernen des abgetrockneten Kots umgegangen werden. Aber am besten ist Abweichen. Um eine ordentliche .Fußbefiederung zu erhalten, müssen wir besonders den Jungtieren nicht zu eng bemessene Stallfläche zur Verfügung stellen.
Auch sollten die Eingangslöcher zu den Stallungen nicht enger als 20 cm sein. Jungtiere entwickeln sich in Rasenausläufen besonders gut. Diese müssen aber ständig kurz gehalten werden. Für Schattenspender in den Ausläufen sind die Tiere dankbar, sie verhindern auch das Ausbleichen der Grundfarbe bei einigen Farbenschlägen (z.B. gelb, gestreift, perlgrau). Baumschnitt oder sonstiger Abfall gehören mit Blick auf eine wenig abgestoßene Fußbefiederung in keinen Auslauf.

 Wie wünschen wir uns aber nun ein Federfüßiges Zwerghuhn?
Wir wünschen es uns etwas niedrig gestellt; mit einer kurzen, natürlich breiten und gut gerundeten Form. Was die Standhöhe angeht, so soll eine Bodenfreiheit vorhanden sein. Tiere, die mit ihrer Unterlinie den Boden berühren, entsprechen nicht dem Standard.
Momentan gibt es bei den Federfüßigen Zwerghühnern 24 anerkannte Farbenschläge. Diese 24 Farbenschläge sind auch allesamt mit Bart anerkannt, allerdings nicht durchweg vorhanden. Obwohl für die Federfüßigen Zwerghühner ein Standard gilt, erklärt es sich von selbst, dass es bei einer derartigen Vielzahl von Farbenschlägen, was die Form angeht, noch Unterschiede gibt. Die vollendetsten Formen sieht man in der Breite bei den einfarbigen Farbenschlägen. Hier kann man mit einer kurzen breiten und flaumreichen Feder züchten. Dies führt eher zu der vollen runden und im Rücken kürzeren Form. Andererseits kann man bei den Dreifarbigen, zu denen ja die Goldporzellanfarbigen gehören, auf einer längeren, etwas schmaleren Feder mit etwas weniger Flaum eine exakte birnenförmige Tupfe mit einer scharf abgesetzten weißen Perle vollendeter erreichen. Hieraus resultiert natürlich ein längerer Rücken mit nicht der erwünschten Schulter und Sattelbreite. Dass man beides erreichen kann, beweisen immer öfter gezeigte Spitzentiere. Hier gibt es noch züchterische Arbeit zu leisten. Um diese Idealtypen zu erzüchten, sollten natürlich Hähne wie Hennen einen kräftigen und eine Idee nach hinten gebogenen aber dennoch aufrecht getragenen Hals haben. Der kräftige Halsbehang geht im Idealfall in einen sanften Bogen auf den Rücken über. Eine gut ausgerundete Brust, die aber angehoben getragen wird sowie eine breite abgerundete Schulter komplettieren die Rundungen der Vorderansicht. Der Rücken mit ausgeprägter Sattelbreite geht gut ausgerundet und abgedeckt in die Schwanzpartie über. Die Flügel werden verhältnismäßig lang und abgesenkt getragen. Beim Hahn und auch bei der Henne ist eine gefächerte aber dennoch geschlossene Schwanzpartie gewünscht. Je breiter die Steuerfedern sind, umso möglicher ist es, bei guter Fächerung eine geschlossene Schwanzpartie zu haben. Hähne Federfüßiger Zwerghühner haben eine gestreckte (säbelförmige) Sichel, die die oberen Steuerfedern nicht mehr als 2 - 3 cm überragen sollte.
Die Fußbefiederung, die ja ein Markenzeichen unserer Federfüßigen Zwerghühner ist, wird füllig, dies soll heißen, am ganzen Fuß geschlossen verlangt. Dies ist nur mit einer gut befiederten Mittelzehe zu erreichen. Gänzlich fehlende Mittelzehenbefiederung, ob beid- oder einseitig, ist ein grober Fehler. Im Idealfall bildet die Fußbefiederung einen Teller. An den Schenkeln befinden sich die Stulpen, auch Geierfersen genannt, selbige sollen zwar klar hervortreten, aber nicht überlang sein. Federfüßige Zwerghühner haben einen mittelgroßen Kopf, den ein nicht zu großer oder grober Kamm mit einem regelmäßigen Kammschnitt und nicht schmal angesetzten Zacken ziert. Ohne aufzuliegen soll die Kammfahne der Nackenlinie folgen. Die Kehllappen werden mittelgroß, glatt und in der Vorderansicht geschlossen gewünscht. Der Kopf trägt ein gut hervortretendes Auge und einen mittellangen kräftigen Schnabel. Die Gesichtsfarbe bei farblosen Federfüßigen Zwerghühnern ist rot, eingeschlossen die Ohrlappen. Hähne, die Ohrenblässe oder gar Emaille zeigen, dürfen über die Note gut oder weniger nicht hinaus kommen. Auch bei Hennen ist Emaille in den Ohrlappen ein Fehler. Bei Junghennen, die noch nicht gänzlich ausgereift sind oder auch bei Althennen, die sich in der Ausstellungszeit oftmals in einer Ruhephase befinden, ist der Hinweis unter Wünsche „Ohrlappen durchbluteter" möglich. Bei unseren bärtigen Federfüßigen Zwerghühnern müssen wir durchweg Fingerspitzengefühl zeigen. Die typischsten Vertreter sehen wir hier bei den Einfarbigen. Bärtige Tiere sind in der Regel in den Schwanzpartien etwas knapper ausgelegt. Bei Spitzentieren mit Bart müssen Backen- und auch Kinnbart so stark ausgeprägt sein, dass der Kinnbart die Kehllappen verdeckt. Die oft zu lesende Kritik „Kehllappen zu groß" müsste eigentlich heißen „Kinnbart zu knapp". Die Farbe des Bartes hat der jeweiligen Grundfarbe des betreffenden Farbenschlages zu entsprechen. Die Halsbehangfedern sind bei den Hähnen der bärtigen Variante mähnenartig; bei der Henne bilden diese die so genannte Halskrause. Die Ausbildung der Mähne des Hahnes wie auch die Halskrause bei den Hennen sollte frei von Drehfedern sein. Dies wäre dann ein Fehler. Tiere mit einer unbeschadeten Bartbildung in den Ausstellungskäfig zu bringen bedarf besonderer Sorgfalt. Dies betrifft besonders die Fütterung. Verklebte Kinnbärte werden allzu oft ausgefressen. Federfüßige Zwerghühner begeistern nicht nur durch ihr puppiges Aussehen, sondern auch durch ihr zutrauliches keckes Verhalten. Eierleistungen von 90 - 150 Stück bei den meisten Farbenschlägen im ersten Jahr sind keine Seltenheit. Selbst ältere Hähne bringen noch gute Befruchtung, ohne dass die Fußbefiederung beschnitten werden muss. Diese guten Eckdaten wie Legeleistung, Befruchtung und Kunstbrutfestigkeit stehen für ein problemloses Züchten. Für jeden Jungzüchter oder Senior, der an Federfüßigen Zwerghühnern Interesse findet, sollte ob der großen Farbpalette das Gewünschte dabei sein. Die im Moment anerkannten 24 Farbenschläge können in vier Farbgruppen unterteilt werden. Dies wären die dreifarbigen (getupften) goldporzellanfarbig, isabell-porzellanfarbig sowie silberporzellanfarbig. Genetisch gehören auch die gelb mit weißen Tupfen in diese Gruppe. Zu den gezeichneten gehört goldhalsig, silberhalsig, blau-goldhalsig, orangehalsig, birkenfarbig, weiß- und gelb-schwarzcolumbia, rotgesattelt, gestreift und kennfarbig. In der dritten Gruppe sind schwarz mit weißen Tupfen, rot mit weißen Tupfen, perlgrau mit weißen Tupfen und gelb mit weißen Tupfen. Da die gelben und weißen Tupfen über die porzellanfarbigen gezüchtet werden, gehören sie wie schon erwähnt, genetisch zu den Dreifarbigen. Zur Gruppe der Einfarbigen gehören die schwarzen, roten, gelben, weißen, perlgrauen und blaugesäumten Federfüßigen Zwerghühner. Da der porzellanfarbige Farbenschlag der am stärksten verbreitetste ist und demzufolge auch oft zur Bewertung in den Käfigen steht, möchte ich mich im Folgenden mit diesem Farbenschlag befassen. Da der Standard bindend ist, diesen besonders was die Farbe des Hahnes anbelangt, im Wortlaut: „HAHN: Kopf dunkel goldgelb, Hals- und Sattelbehang goldfarbig mit geringer schwarzer Schaftstrichzeichnung und an den Federenden kleine schwarze Tupfen mit angedeuteter weißer Perle. Rücken, Schultern und Flügeldecken goldrot, kleine weiße Spritzer beim Althahn gestattet. Die größeren Flügeldeckfedern gleichmäßig rein satt dunkel goldgelb mit annähernd birnenförmigen lackreichen, schwarzen Tupfen und angedeuteten weißen Perlen und den Federenden. Sie bilden zwei Binden; dritte Binde im Ansatz gestattet. Armschwingen innen schwarz, außen überwiegend dunkel goldgelb, das Flügeldreieck bildend. Handschwingen schwarz mit teilweise dunkel goldgelbem Außenrand. Angedeutete weiße Endzeichnung an Hand- und Armschwingen. Brust und Schenkel gleichmäßig rein satt dunkel goldgelb mit annähernd birnenförmigen, glänzend schwarzen Tupfen und angedeuteten weißen Perlen am Federende. Schwanz schwarz mit Grünlack, angedeutete weiße Endzeichnung gestattet. Hauptsicheln mit schmalem dunkel goldgelbem Saum gestattet. Fußbefiederung überwiegend schwarz. Untergefieder grau übergehend nach gräulich gelb an der Basis. Lauffarbe schieferblau, Augenfarbe orangerot bis rot." Wie sehen aber nun die des Öfteren auftretenden und oft nicht geahndeten Abweichungen aus? Der Hals- und Sattelbehang der Hähne sollte gegeneinander nur ganz wenig absetzen - je gleicher, umso besser. Rote Halsbehangfarbe ist ein Fehler. Die Halsbehangfarbe ist satt goldfarbig mit nicht zu grobem Schaftstrich und zarter Perlung. Ein rußiger Saum um die Kragenfedern muss als Mangel eingestuft werden. Das dunkelgoldgelbe Flügeldreieck darf farblich nicht absetzen, es muss gleichmäßig sein. Bei Alttieren wird es zuweilen von den Rändern her kleiner, da sich in solchen Fällen schwarzer Farbstoff aber auch im Alter zunehmendes Weiß bildet. Selbst wenn das dadurch dunkelgelbe Flügeldreieck kleiner wird, soll es in sich farblich rein bleiben. Nicht immer zeigen die Hähne gut ausgebildete und saubere Binden. Die Tupfen der Binden müssen bei Althähnen ausgeprägt und in sich geschlossen sein. Saumartige Bindentropfen sind ein Fehler. Ein grober Mangel ist Rost in den weißen Perlen der Bindentupfen. Sehr fehlerhaft ist auch Moos oder Pfeffer in der Grundfarbe von der Brust oder den Binden. Was die Zeichnung der Brustpartie angeht, wird eine gleichmäßige Tupfung bis unter die Kehle verlangt. Jede Tupfe trägt eine saubere angesetzte weiße Perle, die bei Alttieren natürlich größer ist. Ein nicht oft auftretender zeichnungsfreier Latz auf der Oberbrust muss als grober Mangel gelten. Grundfarbe und Tupfung bei Hahn und Henne sollte im Verhältnis 2 zu 1 stehen, zwei Drittel Grundfarbe, ein Drittel Tupfe und Perle. Dies ist die Gewähr dafür, dass die Grundfarbe sichtbar bleibt. Ist dem nicht so, geht das faszinierende Zeichnungsbild verloren und man sieht nur schwarz und weiß. Solche Tiere sind weder etwas für den Ausstellungskäfig, noch sind sie wertvoll für die Zucht. Die Farbe der Fußbefiederung ist bei beiden Geschlechtern schwarz und sollte speziell bei Jungtieren wenig Weißanteil zeigen. Das Zeichnungsbild der porzellanfarbigen Hennen entspricht im Wesentlichen, zwar in zarterer Ausprägung der Brustzeichnung der Hähne. Die goldgelbe Grundfarbe ist auf der Brustpartie der Hennen immer eine Idee heller als das übrige Mantelgefieder. Dieser Unterschied darf aber nicht vordergründig ins Auge fallen, soll eine Bewertung im sg Bereich möglich sein. Die Aufmerksamkeit darf nicht nur auf eine fast gleichmäßige, sondern auch reine Grundfarbe gelegt werden. Vordergründig recht typische Tiere zeigen nicht selten bei der Handmusterung Moos in den Binden, der Rückenpartie und auch der Unterbrust. In Konkurrenz können mit diesem Fehler behaftete Tiere kein sg erhalten. Der Zuchtstand bei goldporzellanfarbig ist in der Breite so gut, dass dies ein Muss ist. Die Farbe der Steuerfedern ist schwarz, wobei im Federansatz leichtes Goldbraun, welches von den Schwanzabdeckfedern abgedeckt wird, zu tolerieren ist. Selbiges trifft auch auf die Handschwingenfarbe zu. Hennen mit lehmiger oder rotbrauner meist stumpfer Grundfarbe müssen vom sg ausgeschlossen werden, obwohl das Untergefieder (Flaumfedern) in der Rückenpartie, was die Farbe anbelangt, kein Kriterium für den Ausstellungskäfig ist. Für den eingeweihten Züchter ist es jedoch sehr aussagekräftig. Tiere, die ein Untergefieder zeigen, welches von oben gesehen nicht weiter als zu Hälfte blau bis aschgrau und zum Federkiel hin goldgelb ist, zeigen mit ganz wenigen Ausnahmen ein lackschwarze Tupfenfarbe und auch die gewünschte goldgelbe Grundfarbe. Tiere mit durchgehend aschgrauem Untergefieder zeigen zwar wenige Probleme, was die Tupfen, Schwingen und Schwanzfedern angeht, allerdings tragen diese Tiere fast immer eine sehr ins Braun gehende und stumpfe Grundfarbe mit dem verpönten Moos. Tritt der Fall ein, dass das Untergefieder durchweg gelb ist, haben wir eine leuchtende, etwas hellere aber dennoch goldgelbe Grundfarbe. Dies wirkt sich aber negativ auf die satt schwarz gewünschte Tupfenfarbe besonders in der Brustpartie aus. Diese übertrieben ausgeprägte Goldfarbe im Untergefieder wirkt sich auch negativ auf die Schwanz- und Handschwingenfarbe aus. Züchten bedeutet natürlich auch Ausgleichsverpaarung und Selektion. Haben alle zur Zucht eingesetzten Tiere nur Goldfarbe im Untergefieder und dann dies über Jahre, so wird man feststellen, Gold bis auf den Grund bringt den Züchter auf den Hund.

An dieser Stelle möchte ich auch die Flaumfarbe frisch geschlüpfter Küken bei den goldporzellanfarbigen eingehen. Es schlüpfen farblich zwei Gruppen. Der Flaum der einen ist goldgelb in unterschiedlicher Ausprägung, während ein meist geringerer Teil gelblich-weißen Flaum mit fast weißen Köpfen, die so genannten Weißköpfe, zeigt. Fallen in der Nachzucht nicht mehr als 15 - 20% an Weißköpfen an, so würde ich den grundfarblichen Hintergrund der Zucht als gut ansehen. Die mit der goldgelben Flaumfarbe geschlüpften Küken werden in der letzten Feder überwiegend die gewünschte und auch gleichmäßige Grundfarbe zeigen. Auf Tupfenform oder auch deren gleichmäßige Verteilung hat es keinen Einfluss. Extrem ausgeprägte Goldköpfe tragen nicht immer einen Mittelzehennagel und nicht selten könnte die Mittelzehenbefiederung geschlossener sein. Küken, die als Weißköpfe schlüpfen, haben wenige Probleme mit der gewünschten ausgerundeten Figur. Der Grund ist die breitere flaumreiche Feder. Sie zeigen jedoch nach der letzten Mauser keine goldgelbe, sondern lederbraune Grundfarbe mit durchgehend blaugrauem Flaumgefieder. Daraus resultiert, dass die Grundfarbe besonders in der Unterbrustpartie und auf den Decken mit Moos besetzt ist. Auch zeigen die Weißköpfe ausgemausert ein gröberes Zeichnungsbild, was dazu führt, dass der Wunsch zwei Drittel Grundfarbe und ein Drittel Tupfe und Perle nicht erfüllt wird. Dies führt besonders bei Hähnen dazu, dass ihre Brustpartie zu schwarz erscheint. Tiere mit dem farblichen Hintergrund Weißkopf tragen immer alle Zehennägel in ausgeprägter Form sowie eine üppige geschlossene Fußbefiederung. Zur eventuellen Verbesserung von Form, Fußbefiederung, wie auch zum Stabilisieren der Zehennagelausbildung sind wenige

Hennen in den Zuchtstämmen durchaus einsetzbar. Einen Hahn, welcher als Küken Weißkopf war, würde ich als Zuchthahn nicht empfehlen. Es sei denn man züchtet mit mehreren Stämmen. Hier sollte aber wenigstens Stammschlupf gemacht werden, dass die Abstammung der Küken nachvollzogen werden kann. Auch besteht dann die Möglichkeit, die Küken zu kennzeichnen, wodurch es nach dem Ausmausern fehlerfrei möglich ist, die Abstammung der Tiere zu wissen. Anschließend möchte ich noch zu den vier dreifarbigen Farbenschlägen sagen, was Grundfarbe, Tupfenfarbe und auch die birnenförmig gewünschte Tupfung angeht, können an goldporzellanfarbig wie auch isabellfarbig die größten Forderungen gestellt werden. Bei den silber-porzellanfarbigen zeigen manchmal recht typische Tiere einen unsauberen Kiel in der Bindenpartie. Der Kiel soll bis zum Anfang der schwarzen Tupfen silberweiß sein, ist hier aber oft schwarz. Hennen, die besonders in der Rücken- und Sattelpartie optisch sauber sind, sollten wenn sie in anderen Positionen keinen Mangel zeigen, ein sg nicht verwehrt werden.

Bei den zitron-porzellanfarbigen ist noch zu oft eine zu helle oder auch zu bräunliche Grundfarbe zu sehen. Die gewünschte Zitrofarbe ist noch kein Allgemeingut bei diesem Farbenschlag. Auch was die Tupfenform und die satte schwarze Farbe besonders der Brusttupfen betrifft, gibt es bei diesem Farbenschlag noch züchterische Arbeit. Dabei können die Preisrichter besonders bei diesem Farbenschlag durch zuchtstandsbezogene Bewertung behilflich sein. Typische Form bei richtiger Zitrofarbe und eine über den ganzen Körper der Tiere verteilte Zeichnung sollten im Fordergrund stehen. Kommt dazu dann noch eine geschlossene Tupfung, besser noch eine birnenförmige Tupfe mit gut ausgeprägten Binden, handelt es sich um besonders wertvolIe Tiere. ln diesem Zusammenhang noch ein Wort zu den Außenzehennägeln. Nach wie vor spielt das Vorhandensein dieser Nägel bei einer Bewertung bis sg 95 keine Rolle. Die Noten hv 96 bzw. v 97 dürfen nur auf Tiere mit beidseitig vorhandenen Außenzehennägeln vergeben werden. Als Nägel an den genannten Zehen gelten auch kleinere oder leicht verkrüppelte, so diese gut sichtbar sind. Degenerierte Zehen, welche meist durch verkürzte Zehenglieder hervorgerufen werden, gelten als großer Mangel. Diese Festlegungen des BZA gelten bis auf unbestimmte Zeit. Die Lauffarbe wird bei allen dreifarbigen Farbenschlägen schieferblau gewünscht. Orangerot bis rot ist deren Augenfarbe. Sollten Ausstellungstiere eine braune Augenfarbe zeigen, schließt dies ein „gut" aus. Da bei den nicht speziell genannten zwanzig weiteren Farbenschlägen Lauf- und auch Augenfarbe im Standard andersfarbig benannt sind, wird ein Blick in diesen unumgänglich.

1. Vorsitzender des SV Arno Löser, 99718 Feldengel, Dorfstraße 51, Tel.: 03636/700100

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