Engagierter Dachverband geht mit Bedacht in die Zukunft
VZV-Bundestagung in Bad Rothenfelde 

Der Dachverband aller Zwerghuhnzüchtervereine, der VZV, hielt vom 22. bis 24. Juni seine Jahrestagung im niedersächsischen Bad Rothenfelde, direkt an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen, ab. Die vom ausrichtenden Osnabrücker Zwerghuhnzüchterverein, in persona der Vorsitzende Manfred Pohlmann, geschaffenen Rahmenbedingungen können mit Fug und Recht als ideal beschrieben werden. Mehrere Mitglieder unseres Sondervereins waren in Bad Rothenfelde zugegen.
Die Tagung des Verbandes verdeutlichte einmal mehr die vom Vorstandsteam ausgehende Dynamik und Konstruktivität, aber ebenso deren Geradlinigkeit in der Gestaltung der künftigen Gangweise. Am Samstagnachmittag stehen seit mehreren Jahren Diskussionsrunden auf dem Plan, in denen sich die Vertreter der Sondervereine über allgemeingültige Fragestellungen austauschen. Die Themen waren „Spitzenzüchter im Sonderverein Fluch oder Segen für eine Rasse?“ und „Gruppenbildung in Sondervereinen – können wir aus den Erfahrungen Lehren ziehen?“. In der ersten Gruppe kam man zum Konsens, dass Spitzenzüchter von elementarer Bedeutung für die züchterische Verfeinerung einer Rasse sind, die ja bekanntlich eine grundlegende Zielstellung unserer Vereine sind. Diese Züchter sollten sich aber auch im Dienste ihrer Rasse, anderen Züchtern nicht verschließen und zur hilfreichen Tierabgabe und Erfahrungsvermittlung bereit sein. Hier flossen ebenso wie in der zweiten Diskussionsrunde Gedanken von Züchtern unseres Sondervereins ein. So ist das eher locker strukturierte Modell unseres Sondervereins hinsichtlich der Gruppenbildung für uns ein Erfolgsmodell, da durch die regionalen Veranstaltungen und die Beisitzer für die jeweiligen Regionen Züchternähe praktiziert wird. Zugleich ist die „Gruppenpolitik“ jedoch nicht so stark und ausgeprägt, dass sie den (Haupt-) Sonderverein schwächen. Andere Verfahrensweisen wurden ebenso dargestellt und die jeweilige Pro- / Kontradiskussion gestaltete sich interessant. Das Credo hier: Ein alleiniges, für alle Sondervereine gleichsam erfolgsversprechendes Rezept gibt es nicht, aber es muss immer die goldene Mitte von regionaler Züchternähe und einem starken Sonderverein gefunden werden.
Ein toller Züchterabend am Samstag brachte allen Teilnehmern viele amüsante Stunden, bevor am Sonntag die Jahreshauptversammlung anstand. VZV-Vorsitzender Karl Stratmann war überwältigt von der Teilnahme der 126 Versammlungsteilnehmer. Die Jahresberichte waren durchweg informativ und zeugten von hoher Aktivität. Der Beisitzer für BZA-Angelegenheiten Uli Freiberger machte unter anderem Ausführungen zur Checkliste von allgemeingültigen Merkmalen der Zwerghühner. So ist verstärkt auf die nach den Ausstellungsbestimmungen geforderte Sporenausprägung zu achten. Fehlende Sporenbildung bei Althähnen ist ein Ausschlussfehler und sollte so auch gehandhabt werden. Hier ist teils auch bei den Federfüßigen Zwerghühnern Verbesserungsbedarf gegeben. Ferner verwies Zuchtfreund Freiberger darauf, dass der biologisch-morphologisch korrekte Schwanzaufbau 6 Steuerfedern plus 1 Hauptsichel (beim Hahn) bzw. oberste 1 Schwanzdeckfeder (bei der Henne) je Seite vorsehe und der Schwung im Regelfall aus 10 Hand-, 10 Armschwingen und einer Axialfeder zu bestehen hat. In verschiedenen Rassen treten Vertreter auf mit bis zu 8 (-9) Steuern, andere Rassen beherbergen Tiere mit nur 5 Steuerfedern. Zwar werde man es dato nicht strafen, aber die Züchter sollten darauf aufmerksam gemacht werden. Aus den Resultaten der intensiven Beobachtung dieser Belange auf den kommenden Großschauen werde man die Herangehensweise in der Bewertungspraxis ableiten. Hier möchte ich anmerken, dass unsere Rasse im Vergleich zu anderen kaum Probleme hat. Tiere mit mehr als 7 Steuerfedern plus Hauptsichel / oberste Schwanzdeckfeder je Seite, habe ich noch nicht gesehen. Auch über die künftig AAB-konforme AOC-Klasse wurde informiert.
Neu besetzt wurde das Amt des 2. Vorsitzenden mit Uli Freiberger und das des 2. Kassierers mit Thomas Läufer.
Aufgrund von Überlegungen zur Änderung des Modus` für die Deutsche Meisterschaft (Zwerghuhnschau) werden heuer verschiedene Konstellationen und deren Umsetzbarkeit geprüft. Vorerst bleibt es jedoch allenfalls beim bisherigen Verfahren. Intensive Diskussionen erbrachte der Antrag auf eine Satzungsänderung, wonach die Deutschen Zwerghuhnschauen nur noch in Hannover, Leipzig und dem Austragungsort der Nationalen stattfinden solle. Für und Wider dieser möglichen Änderung hat schlagkräftige Argumente. In der Abstimmung fand der Antrag keine Mehrheit. Bevor diesbezüglich erneute Entscheidungen fallen, möchte das VZV-Vorstandsteam erst Lehren aus den kommenden VZV-Schauen ziehen, die jeweils gemeinsam mit der VHGW-Bundesschau stattfinden – mit Bedacht geht es also in die Zukunft! Einstimmig befürwortet wurde, dass ab 2013 anlässlich der VZV-Schau Stämme von Spitzenzuchten versteigert werden und der hervorgehende Erlös der Deutschen Kinderkrebsstiftung zugute kommt.
Auseinander ging man am Sonntagnachmittag in der Hoffnung, die kommenden Veranstaltungen des VZV´s bringen ebensolche Erfolge.

Ruben Schreiter

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