HSS für Federfüßige Zwerghühner

Am ersten Novemberwochenende fand in den bekannten Räumlichkeiten des RGZV Schopfloch die 50. Jubiläums-HSS unseres Sondervereins statt. Organisation und Rahmenbedingungen gilt es als vorzüglich herauszustellen. Herzlichen Dank an das Team um die Ausstellungsleiter Jürgen Reuter und Reinhold Treu für die Ausrichtung und Betreuung bei dieser erstklassigen Schau.
Mit 941 Meldungen war das stärkste Ergebnis der letzten 5 Hauptsonderschauen zu verbuchen. Erfreulich dabei zudem, dass mit Ausnahme der Blau-Gesäumten alle der 26 anerkannten Farbenschläge unserer Rasse präsent waren. Qualitativ ist die Entwicklung vieler Farbenschläge positiv zu werten. Der geforderte Federfußtyp mit knapp mittelhohem Stand, hohlrunder Oberlinie und breitem Schwanzansatz verbessert sich zunehmend und auch bei den seltenen Varianten sind verstärkt rassige Formtiere anzutreffen. Trotz alledem sind Wünsche nach einer kürzer ausgerundeten Oberlinie und breiter angesetzten Schwanz immer noch die häufigsten Bemerkungen in der Wunschspalte. Wiederholt auftretende grobe bzw. Ausschlussfehler waren Doppel- / Nebenzacken, Entenfüße, krumme Außenzehen, schiefe Schwanzhaltung und Kehllappenquerfalten. Durch konsequente Bewertung konnten nach unten gerichtete Steuerfedern, abknickende Zehenglieder, beulige Kammblätter, zu stark gebogene Hauptsicheln und fehlende Sporen bei Althähnen weiter zurückgedrängt werden.
Die im Eingangsbereich präsentierten Stämme und Volieren waren von hochkarätiger Besetzung (v gold-porz.: Schreiter, hv: Oßmann auf schwarz, Talke auf gold-porz. mit Bart).

 Bartlose

Unter den 36,62 Gold-porzellanfarbigen überzeugten die Spitzentiere mit 95 P. aufwärts mit feinem Federfußtyp, leuchtend goldgelber Grundfarbe und korrekt birnenförmiger Tupfung. Farblich sind die Hähne gleichmäßiger geworden, denn stark strohig absetzende Hals- und Sattelpartien werden nur noch selten gesichtet. Dabei sei vermerkt, dass das Schmuckgefiedergold der Hähne immer etwas heller und leuchtender ist, als das Gold der Brust. Bei den Hennen gilt es auch künftig darauf zu achten, dass die goldgelbe Grundfarbe leuchtend ist und keine matte Erscheinung ergibt. Einzelne ansonsten sehr rassige Hennen waren im Hinblick der Intensität der Grundfarbe an der Grenze zum Dunklen. Abgesehen von einigen sehr ungleichmäßig gezeichneten Tieren, war die Gleichmäßigkeit der Tupfung zumeist lobenswert. Verbesserungen sind auch in der Zeichnung der oberen Schwanzdeckfeder der Hennen zu erkennen. Diese sollten im von außen sichtbaren Bereich nur einen goldenen Saum aufweisen und kein Gold in Mittelfeld. Die ungewollten gelben Schwanzfederkiele der Hähne wurden in den vergangenen 5 Jahren weitestgehend verdrängt. Bei den Hähnen ist verstärkt auf eine im Ansatz absolut geschlossene, birnenförmige Brusttupfe zu achten, wenn in der Hennennachzucht eine ebensolche Tupfung zu Tage treten soll. Nicht selten wurde der Wunsch nach besser abgedeckten Schwanzübergängen geäußert. Nachholbedarf zeigten wiederum viele Hennen in der hohlrunden Oberlinie mit breitem Schwanzansatz. Im Notenkeller fanden sich Tiere mit pfeffriger Bindengrundfarbe und Kammfehlern wieder. Mit 3x 97, 2x 96 und 1x 95 erzielte K.-W. Bohne das beste Ergebnis auf 6 Tieren der gesamten Schau und errang damit den Ernst-Mensinger-Gedächtnispreis (hv: Bauer, Löser).

Der Werdegang der Gold-blauporzellanfarbigen (10,17) bereitet den Rassekennern echte Freude. Neben den von vornherein sehr rassigen Formen und Kopfpunkten ist nun auch die Grundfarbe deutlich satter geworden und kann im gehobenen Qualitätssektor als sattes Goldgelb angesprochen werden. Einzelne Tiere mit lehmiger Grundfarbe oder strohiger Hals- / Sattelfarbe mussten mit g-Noten Vorlieb nehmen. Vermehrt zählten eine gleichmäßige Tupfenverteilung und korrekte Bindenführung zu den Pluspunkten. Künftig gilt es auf eine exaktere Abgrenzung der weißen Perle und einen geschlosseneren Tupfenansatz hinzuarbeiten. Zugunsten einer satt blauen Tupfenfarbe darf die Schwanzfarbe des Hahnes auch dunkler als das rechtliche Blau erscheinen, solang kein Grünglanz vorhanden ist (v, hv: Schausberger; v, hv: Weisbach).

Nach mehreren Jahren quantitativer Talfahrt, gelang den 23,39 Isabell-porzellanfarbigen wieder ein umfangreicher Auftritt, der auch in der Qualität zu überzeugen wusste. Die Mehrheit der Tiere konnte mit breiten Körpern, hohlrunder Oberlinie, korrekter Bindenführung und gleichmäßiger Tupfung überzeugen. Auch lagen die Hähne großteils im farblichen Limit, bei den Hennen durften mehrere in der Tupfenfarbe weniger aschgrau sein. Viele Wünsche / Fehler bezogen sich bei den Hähnen auf den Kammschnitt und faltige, offene Kehllappen. Verstärkt zu achten gilt es auf eine im Ansatz geschlossene Hennentupfung. Eine bessere Kondition und glatteres Gefieder hätte manchem Vertreter mehr Punkte erbracht. In der Spitze waren mustergültige Federfüße mit bester Kondition und Federgüte zu sehen (3x v, 2x hv: Czeskleba, hv: Kohles).

Die Ausgeglichenheit der 14,23 Zitron-porzellanfarbigen fußt vornehmlich auf die Vereinheitlichung der zitronengelben Grundfarbe. Scheckiges Hahnenschmuckgefieder und ungleichmäßige Mantelfarbe der Hennen sind nur noch Ausnahmen. Auch in der gleichmäßigen Tupfung und korrekten Tupfenform ist ein hohes Niveau erreicht wurden. Mehrere tiefe Noten resultierten aus Kammfehlern und stark faltigen bzw. mit Querfalten versehenen Kehllappen. Mehrfach durfte die Bindengrundfarbe noch reiner, die Flügeldreiecksfarbe angepasster und die Perlung schärfer sein. Erfreuen konnte die typische Form der Spitzentiere (v, hv: Keppeler; hv: Scheibner, von Sehlen).

Erfreulicherweise war wieder eine stattliche Kollektion Silber-porzellanfarbiger  (21,24) vertreten, die in Körper- und Federbreite, hoher Schwanzhaltung und korrekten Kopfpunkten mehrheitlich überzeugten. Nicht wenige Hähne zeigten eine sehr gute Brustzeichnung, durften aber in der Nebenbindengrundfarbe reiner sein. Starke violette Bänder in der Nebenbesichelung und den Bindentupfen sind fehlerhaft. Eine – züchterisch wertvolle – dritte Binde ist analog zu den anderen Porzellanfarbenschlägen dann kritikwürdig, wenn sie von außen den Gesamteindruck der ersten und zweiten Binde stört. Abgesehen von einigen viel zu klein getupften Hennen war die Zeichnungsverteilung häufig ein Vorzug. Wiederholt wünschte man sich die Tupfenfarbe satter / lackreicher schwarz, den Tupfenrand schärfer abgegrenzt sowie mehr Sattelfülle (v, hv: Zenker).

Deutlich verbessert erschienen die Hennen der Gelben mit weißen Tupfen (21,33) in der hohlrunden Oberlinie, Sattelbreite und -fülle. In der gelben Grund-, rahmweißen Tupfen- / Schwanzfarbe sowie Bindenführung lagen deutliche Pluspunkte der Kollektion. Negativ fiel bei nicht wenigen Hennen die ungleichmäßige Tupfengröße auf, was in den Vorjahren so nicht der Fall war. Außerdem sollte die feste Federfahne im Hennenmantel komplett gelb durchgefärbt und nicht weiß durchsetzt sein. Auf geschlossene Kehllappen ist durch Selektion hinzuarbeiten (v, 4x hv: Mi. Thiele; hv: Schwalm).

Absolute Raritäten sind die Roten mit weißen Tupfen (2,5), die dringend weitere, engagierte Züchter suchen. Die Gezeigten hatten eine satt rote Grundfarbe, durften aber – mit Ausnahme der feinen Althenne – deutlich ausgeprägter und gleichmäßiger in der Tupfung sein. Auch in der ausgerundeten Federfußform liegt noch Verbesserungspotential (hv: Schroft).

Immerhin 4,11 Schwarze mit weißen Tupfen überzeugten figürlich v.a. bei den Hennen, die mehrfach eine typisch hohlrunde Oberlinie zeigten. Dagegen waren die Hähne teils noch etwas abfallend in der Haltung und flach in der Brustpartie. Die satt schwarze Grundfarbe mit intensivem Grünglanz sowie mehrmals auch eine ordentliche Hals- und Mantelzeichnung wusste zu gefallen. Zu viel Weiß in den Handschwingen galt vormals als zurückgedrängt, war bei dieser Kollektion aber mehrmals zu kritisieren (v, hv: Mi. Thiele).

In der Rumpfbreite, Gleichmäßigkeit der Grundfarbe, stabilen Feder und gleichmäßigen Manteltupfung befanden sich die Hennen der 5,12 Perlgrauen mit weißen Tupfen auf hohem Niveau. Nicht gefallen kann ein Hahnenschmuckgefieder mit stark silbrigen Saum. Bei den Hennen gilt es unbedingt auf stabilere Kammblätter und noch kürzer ausgerundete Oberlinien zu achten (hv: G. Schönefeld, Walther).

Nur 12 Weiße von einem Aussteller stellten zahlenmäßig nicht zufrieden – wohl aber in der Qualität. Breite Körper und Schwanzansätze, perfekt hohlrund ausgeformte Oberlinien sowie eine breite, stabile Feder waren hier die Regel. Einzelne Hähne durften im Schwanz angehobener, einige Hennen im Stand etwas freier sein (v, 2x hv: Schausberger).

Bei den Schwarzen (10,25) machten Rumpfkürze, Standhöhe, Federbreite und Kopfpunkte vielfach Eindruck. Im Grünglanz waren deutliche Unterschiede auszumachen. Mehrere Hähne erschienen doch schon reichlich gebogen in den Hauptsicheln. Bei den Hennen nicht selten solche mit lockeren Sattelgefieder, welches der gewollten hohlrunden Oberlinienausformung im Wege steht. Leuchtend rote Gesichter und Kämme bleiben ein Zuchtschwerpunkt (v, 3x hv: R. Rost; hv: Rösel).

Wiederum auf hohem Level bewegten sich die 3,7 Perlgrauen mit klasse Federfußformen, breiten Körpern, straffer Mantelfeder und gleichmäßiger Farbe. Auch rote Ohrlappen waren bei den Hennen dieser Schau Usus. Ein weitestgehend festes, glattes Halsgefieder wird hier immer eine besondere Anstrengung darstellen (v, 3x hv: Steffi Uhlmann).

Eine so ausgeglichene und hochrassige Kollektion gelber Federfüße (6,11) wie in Schopfloch, sieht man nicht alle Tage. Die Verbesserungen der letzten Jahre in Typ, der Federstruktur und weniger groben Kopfpunkten sind sehr lobenswert. Punktförmige Aufhellungen auf den Flügeldecken, Binden und Schwingen der Hähne sind züchterisch sehr kritisch zu betrachten (v, 2x hv: Stumpf).

Die 8,18 Roten lagen in der Körperbreite, Gefieder- und Lauffarbe zumeist im Toleranzrahmen. Für die richtige Darstellung der typischen Federfußform müssen die Rümpfe vielmals noch kürzer und die Schwanzhaltung höher werden. Die stabile Federstruktur bereitet den Hähnen noch immer Probleme, gleichwenn Fortschritte erkennbar sind (v: Kliffe).

Die Gestreiften (2,5) waren wieder nur durch eine Zucht vertreten und suchen dringend nach Mitstreitern. Figürlich waren sie alle als typische Federfüße anzusprechen. Bei sehr gutem Farbkontrast und mehrheitlich korrekter Streifung, brachten letztlich kleinere Differenzen in der Schwungstreifung, Halsfederfestigkeit und den Kopfpunkten die Abstufung dieser sehr hochwertigen Kollektion (v, hv: Löser).

Qualitativ lagen die Kennfarbigen (3,4) deutlich über dem Level der Vorjahre. Figürlich wussten v.a. die Hennen zu überzeugen, die Hähne wünschte man noch stabiler im Schwanzaufbau, weniger gebogen in den Hauptsicheln und etwas voller in der Unterlinie. Dreifarbiges Flügeldreieck, weitestgehend rostfreie Hahnenbrust sowie gleichmäßige Hennenfarbe und -sperberung waren Pluspunkte der Kollektion (v, hv: ZG Jacqueline & A. Mißbach).

Immerhin 11,23 Goldhalsige waren großteils im Typ und der Hennenrieselung überzeugend. Bei den Hähnen begeisterten solche mit leuchtend goldener Grundfarbe, diejenigen mit strohigem oder zu dunklem Schmuckgefieder fielen ab. Ein ausgeprägter Halsschaftstrich bei gleichzeitig sauberen Halsfederenden (kein Rußkragen) ist eine anspruchsvolle aber machbare Forderung. In der Intensität und Reinheit der Lachsbrust lag bei mehreren Hennen sichtbares Verbesserungspotential (hv: Taubmann).

Eine positive Entwicklung gilt es den Blau-Goldhalsigen zu bescheinigen, die wiederum mit 7,12 aus 3 Zuchten antraten. Trotz der bei Blauvarianten bekannten leichten Aufhellung der Goldtöne, sind stark strohige Behänge nicht das Ziel. Bei den Hennen präsentierten sich mehrere mit korrekter Mantelfarbe, die trotz vorherrschender blauer Rieselung noch goldbraune Grundfarbe erkennen ließ.  Auffällig war, dass nicht wenige der Tiere ein etwas rauhes bzw. wenig anliegendes Gefieder hatten – ein Vollbad vor der Schau könnte hier evtl. einfache Abhilfe schaffen (v, hv: Theiß).

Mit 8,13 Meldungen verbuchten die Silberhalsigen das stärkste Ergebnis der letzten 5 Jahre. Im geforderten Federfußprofil mit knapp mittelhohem Stand und hohlrunder Oberlinie lagen bei nicht wenigen die qualitativen Stärken. Nach wie vor muss dieser Farbenschlag aber noch an Körperbreite zulegen. Emaille in den Ohrlappen wird bei Hähnen immer als Fehler abgehandelt. Bei recht reinen Silberanlagen und mehrfach korrekter Rieselung, durften die Halsschaftstriche der Hähne noch ausgeprägter und die Hennenlachsbrüste satter sein (hv: Schenk).

Die nur kleine orangehalsige Kollektion (2,6) war weder quantitativ noch qualitativ zufriedenstellend. Figürliche Defizite, Emaille, Kamm- und Zeichnungsfehler dominierten das Bild. Eine Henne war in Form, Grundfarbe und Rieselung recht ordentlich.

Den 10 Rotgesattelten von Zfrd. Maisel gelang v.a. deshalb ein gelungener Auftritt, weil sie sich vergleichsweise sauber im Rahmweiß zeigten und damit deutlich attraktiver erscheinen als im ansonsten häufig gesichteten Graublau. Im Körperbau waren sie großteils typisch, wenn auch die Oberlinien z.T. noch kürzer ausgerundet sein durften. Ein rot durchgefärbtes Flügeldreieck der Hähne und eine Lachsbrust der Hennen waren z. T. schon ansprechend, bedürfen aber weiterhin züchterisches Augenmerk.

Ein derart hohes Meldeergebnis (22,27) war bei den Weiß-schwarzcolumbia einzig im Jahr 1983 mit gleichsam 49 Tieren zu verzeichnen. Gratulation an alle Aussteller für diese tolle Präsentation. Mit einzelnen Ausnahmen waren Rumpfbreite, Stand, Unterlinie und eine hohlrunde Oberlinie als Vorzug zu betrachten. Einigen Hennen fehlte es noch etwas an der gewünschten Gedrungenheit des Rumpfs. Ein sauberes Weiß ohne gelben Anflug war die Regel, was ebenso für einen reinen Hennenmantel ohne von außen sichtbare Schwarzeinlagerungen gilt. Wünsche bezogen sich wiederholt nach einer höher angesetzten Halszeichnung und durchgefärbteren Handschwingen. Für 93 P. und mehr muss der Schwarzanteil im Handschwung mind. 50% betragen. Einer Zucht fehlte es insgesamt sehr stark an schwarzen Farbstoff in Hals und Schwung. Ein exakter Schwanzbeifedersaum ist beiweitem noch kein Allgemeingut, aber bei den Spitzenhennen schon sehr gut erkennbar. Die im Idealfall orangerote bis rote Augenfarbe schwankte bis hin zu dunkelbraun. Letzteres ist zweifelsfrei fehlerhaft, aber einem leicht bräunlichen Anflug in der Augenfarbe steht man zuchtstandsbezogen mit Toleranz gegenüber. Bei sonstiger Gleichwertigkeit werden Tiere mit schieferblauen Läufen denjenigen mit – laut MB gleichsam statthaften – fleischfarbigen Läufen vorgezogen. In der Mittelzehenbefiederung waren einzelne Vertreter recht dürftig (v, hv: Freiberger).

Die Mehrheit der Gelb-schwarzcolumbia (7,9) trat mit breiten Körpern, hohlrunden Oberlinien und breiten Schwanzansätzen in den Wettbewerb. Auch in der Grundfarbe und Columbiazeichnung waren sie ausgeglichener als in manchem Vorjahr. Hinzuarbeiten gilt es weiterhin v.a. auf eine gleichmäßige Grundfarbe, exakte Schwanzbeifedersäumung und etwas zartere Hahnenkopfpunkte (v, hv: Ehrhardt).

Leider nur von einer Zucht repräsentiert waren die Birkenfarbigen (3,4), die in Rumpfbreite und  -kürze, Stand und Oberlinie zu gefallen wussten. Etwas breiter gefächerte Schwänze, reineres Kopfsilber und noch kürzere Gesichter hätten zu mehr Punkten verholfen.

8 Orangebrüstige lagen in Bezug auf Körperbreite, hohlrunder Oberlinie, Grünglanz, Orangeton und Brustaum im Akzeptanzrahmen. Wünsche bezogen sich auf geschlosseneren Halssaum, etwas freieren Stand und reiner roten Ohrlappen.

Bärtige

Mit fantastischen 194 bärtigen Federfüßen trug analog zu den beiden Vorjahren durchschnittlich ca. jeder Fünfte Federfuß der Schau einen Bart. Vorab gilt es den Züchtern der – vielfach höchst seltenen – bärtigen Varianten ein großes Lob und höchste Anerkennung auszusprechen, denn in fast allen Farbenschlägen sichtete man Tiere, die unter Beachtung der Seltenheit als richtungsweisend zu bezeichnen waren. Grundsätzlich liegt der Zuchtstand – wenige Ausnahmen ausgenommen – unter jenem der bartlosen Variante. Folglich sind die Abweichungen vom Ideal in Typ, Farbe und Zeichnung etwas größer, jedoch ist auch der Toleranzrahmen hier weiter gespannt. Grundsätzlich sind die Anmerkungen zu den Vorzügen und dem Verbesserungspotential diejenigen des jeweiligen bartlosen Farbenschlags.
In allen Zuchten muss auf ausreichend lange und breite Steuerfedern geachtet werden, denn hier tendieren die bärtigen Federfüße schnell zu kurzen und sehr schmalen Steuerfedern. Diese ergeben bei den Hähnen dann offene Steuerpartien, bei denen man im Seitenprofil zwischen den einzelnen Steuern durch schauen kann – dies ist unerwünscht! Die Bartfülle hat v.a. bei den selteneren Varianten vielfach deutlich zugenommen, sodass die Bartfedern instande sind, die verkümmerten Kehllappen zu verdecken. Tiere mit vordergründig auffälligen Kehllappen entgeht die Chance auf sg.

Dass Schopfloch ein gutes Pflaster für die Gold-porzellanfarbigen (8,17) ist, bewies die stattliche Kollektion wiederum eindrücklich mit bestaunenswerten Spitzentieren (v, hv: W. Rost). Isabell- (2,10; v: Marmai) und Zitron-porzellanfarbige (3,6; hv: Marmai) waren großteils auch in den Zeichnungsanlagen sehr rassig. Bei beiden Farbenschlägen würde den Hähnen ein voll ausgerundeter Schwanzübergang und ein etwas weniger steil getragener Schwanz gut zu Gesicht stehen. Die Wiederbelebung der Silber-porzellanfarbigen (1,5) durch F. Fasold geht qualitativ in großen Schritten voran. Als ausgeglichen konnten auch die Gelben mit weißen Tupfen angesprochen werden (4,5; hv: Köhler). Perfekte Formen und scharfe Tupfung gab es bei den 4,10 Schwarzen mit weißen Tupfen zu bestaunen (2x v: Mi. Thiele). Bei den Perlgrauen mit weißen Tupfen (4,8) wurde unserem Zfrd. Ronny Schönefeld (hv) die Ehre des „Förderbands für Federfüßige Zwerghühner mit Bart“ für seine langjährigen Bemühungen um diese Raritäten zuteil. Unter den 5,9 Weißen war die Hennenriege hochwertiger besetzt als die Hähne (2x hv: Kühne). Auf eine rein orangerote Augenfarbe ohne dunkle Einlagerungen ist weiter hinzuarbeiten. Wahrlich musterhaft die Spitzentiere unter den Schwarzen (v, 3x hv: R. Rost). Den 1,2 Perlgrauen folgten rassige 2,7 Gelbe (hv: Habla) und 11,11 Rote (hv: Nestler). Bei letzteren bereitete vielen Hähnen eine stabile Schwanzfeder doch noch sichtliche Probleme. 4,4 Gestreifte waren im Typ recht ansprechend, müssen aber noch unbedingt schärfer in der Streifung werden (hv: Höhne). 4,12 Goldhalsige (v, hv: ZG Renate & D. Hannemann), 2,5 Silberhalsige und 3,10 Birkenfarbige (v, hv: ZG Renate & D. Hannemann) beherbergten in Anbetracht ihrer Seltenheit sehr typische Vertreter.

 Junioren

Mit 97 Exemplaren standen respektable 10% der Tiere in der Jugendklasse. Qualitativ bestand keinerlei Rückständigkeit gegenüber den Senioren. Insofern sind alle bereits getroffenen Aussagen bedingungslos auf das Repertoire der Jugendklasse zu übertragen.

Den Reigen eröffneten 10,24 Gold-porzellanfarbige mit einem in Form, leuchtender Grundfarbe und exakter Zeichnung musterhaften V-Hahn (v, 3x hv: Mo. Thiele). Als weitere Porzellanvarianten standen 4,8 Isabell-porzellanfarbige und 3,5 Gelbe mit weißen Tupfen (hv: D. Schausberger) zur Schau. Es folgten Einfarbige in schwarz (14,18; v: Nathanael, hv: Heßling, 3x Oßmann) und perlgrau (2,4; hv: Nathanael). Den Abschluss bildeten 1,3 Kennfarbige und eine orangebrüstige Henne.

Die Federfußfreunde fühlten sich sehr wohl in Schopfloch und die gezeigten Tiere gaben sehr gut den Zuchtstand unserer Rasse wieder. Hoffen wir, dass die diesjährige HSS am 17./18.November in Mutzschen bei Beate und Heiko Große von ebensolchen Erfolg gekrönt ist.

Ruben Schreiter

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