Zuchtwartinterview

Lieber Ruben Schreiter, zunächst einmal möchten dir alle Vereinsmitglieder zur Wahl als Zuchtwart im SV der Züchter Federfüßiger Zwerghühner recht herzlich gratulieren. Die Besucher der Internetseite möchten den neuen Zuchtwart näher kennen lernen und seine Ideen für die Zukunft erfahren.  

1. Wie bist du zu dem schönem Hobby der Geflügelzucht gekommen und insbesondere zur Zucht der Federfüße?

Ruben Schreiter: Auf einem Bauernhof im ländlichen Raum aufgewachsen, bin ich schon seit meiner frühen Kindheit fokussiert auf Tiere. Beschränkte sich die Tierhaltung auf unserem Hof zunächst auf andere Tierarten, sollte sich dies mit der entstandenen Liebe zu den Federfüßen ändern. Ein Stamm Federfüße als Schulanfangsgeschenk war der Startschuss für die Haltung der Rasse. Vorerst waren es verschiedene Farben, die auch miteinander gekreuzt wurden, rein aus Spaß an diesen wunderbaren Tieren und ohne züchterische Hintergedanken. Bald aber schon wurde gezielt gezüchtet und es waren nur noch einzelne Farbenschläge.

2. Die Federfüßigen Zwerghühner werden jetzt in 26 schönen Farbenschlägen jeweils mit und ohne Bart gezüchtet. Welche Farbenschläge züchtest du?

R.S.: Seit den Anfängen meiner Zucht, beschäftige ich mich mit Isabell-porzellanfarbigen. Später kamen Gold-porzellanfarbige von Ernst Mensinger hinzu. Als Christa Epperlein ihre Spitzenzucht Schwarzer mit weißen Tupfen aufgeben musste, war es mir ein wichtiges Anliegen, diese Zucht weiterzuführen und so kam ein weiterer Farbenschlag hinzu. In Sorge um die schmale Züchterdecke der bärtigen Gold-porzellanfarbigen, zogen letztlich auch sie in meine Zuchtstätte ein.

3. Welche Tätigkeiten hast du als Zuchtwart geplant und auf welche Mitarbeit aus dem Mitgliederkreis hoffst du?

R.S.: Wie gehabt, werden die HSS-Berichte und die Preisrichtereinteilung zur HSS zentrale Aufgaben darstellen. Letztere erfolgt in Zusammenarbeit mit Georg Aselmann. Überdies ist es mir aber auch wichtig, die fachlichen Ausführungen im Rundschreiben und zur Sommertagung auszubauen, um den Mitgliedern hier noch mehr bieten zu können und sie zu schulen. Eine turnusmäßige Besprechung aktueller Entwicklungen der Farbenschläge könnte ich mir gut vorstellen. Jedes Jahr würde dann eine andere Farbenschlagsgruppe (Porzellanfarbige / Getupfte, Halsige, Einfarbige etc.) zur Besprechung auf der Sommertagung stehen und nach 4 oder 5 Jahren, wenn die jeweilige Farbenschlagsgruppe wieder auf der Tagesordnung steht kann Resümee über das Erreichte gezogen werden und es können Schwerpunkte für die kommende Zuchtarbeit gesetzt werden. Eine Schauauswertung durch Bilder via Präsentationstechnik im Jahresbericht werde ich anstreben. Themen der Zucht, Haltung, Fütterung und Pflege versuche ich weiterhin zu fokussieren.
Um die Bewertung unserer Rasse weiter im qualifizierten Maße durchzuführen, hoffe ich auf eine zielführende Zusammenarbeit mit den Sonderrichterkollegen. Außerdem wird es künftig notwendig sein, weitere Sonderrichter auszubilden.
Seitens der Mitglieder hoffe ich auf Anregungen für die Zuchtwartarbeit. Hinsichtlich welcher Themen besteht Klärungsbedarf? Gibt es grundsätzliche Differenzen in der Ansicht zwischen Sonderrichter und Züchter? Außerdem ist es natürlich von hoher Bedeutung, dass die erkannten und besprochenen Defizite einzelner Farbenschläge von den Zuchtstätten dann auch behoben werden. Diesbezüglich habe ich aber bei unseren Federfußzüchtern wenig Bedenken.

4. Du hast schon viele Artikel in der Fachpresse geschrieben. Wo holst du deine Erkenntnisse her?

R.S.: Ja gut, die Erkenntnisse stammen natürlich aus vielen Richtungen. Persönlich bin ich recht stark an Geflügelhaltung und –zucht interessiert und so sind Fachmedien jeglicher Art schon ein wichtiger Punkt. Erfahrungen aus meiner eigenen Zucht, die im Züchteralltag gemacht werden, sollte ich hier nicht vergessen. Als besonders aufschlussreich und aussagekräftig erweisen sich Schlussfolgerungen aus dem detailliert geführten Zuchtbuch bezüglich Leistungsvermögen, Verhaltensbesonderheiten oder phänotypischer Merkmale.

5. Würdest du auch anderen Züchtern der Federfüßigen Zwerghühnern empfehlen, in den SV einzutreten? Welche Möglichkeiten des Engagement siehst du für SV-Mitglieder?

R.S.: Selbstverständlich ist es ratsam für einen jeden Züchter oder Liebhaber unserer wunderschönen Rasse in den SV einzutreten und aktiv am SV-Leben teilzunehmen. Selbst wenn letztgenanntes aus persönlichen oder beruflichen Gründen nicht möglich ist, bleibt man durch die mehrmals jährlich erscheinenden Rundschreiben auf den aktuellen Stand über alles rund um unsere Federfüße. Zum einen sind es also die fachlichen Vorteile, die man mit einer SV-Mitgliedschaft erlangt und die jede Zucht nach vorn bringen. Ein eindeutiger Beweis hierfür ist, dass sich auf überregionaler Ebene erfolgreiche Züchter zumeist im SV engagieren. Die im Jahreszyklus stattfindenden regionalen Tierbesprechungen sollten von jedem interessierten Züchter wahrgenommen werden, zumal diese doch für jedermann erreichbar sind. Auch dienen die Tierbesprechungen der Vereinheitlichung der Bewertungskriterien unter den Sonderrichtern. Das Bestreben der Züchter sollte es desweiteren sein, zumindest im Turnus einiger Jahre, besser natürlich alljährlich, die HSS und die SS mit Tiermaterial zu beschicken oder sie zu besuchen. Die HSS bietet beste Möglichkeiten, sich über den gegenwärtigen Zuchtstand seiner Farbenschläge zu informieren, sich Zuchttiere zur Verbesserung der eigenen Zucht zu beschaffen und natürlich um neue Züchterfreundschaften zu bilden und vorhandene zu pflegen. Dies stellt auch den zweiten Hauptvorteil des SV dar – das freundschaftliche Verhältnis zu vielen Federfußfreunden. Dafür sind neben den anderen Aktivitäten die Sommertagungen an wechselnden Standorten in Deutschland mit erlebnisreichem Rahmenprogramm und vielen gemütlichen Stunden unter Gleichgesinnten, neben dem fachlichen Teil besonders geeignet.

 6. Die Öffentlichkeitsarbeit ist für jeden Verein überlebenswichtig geworden. Wie stehst du diesbezüglich zur Internetpräsentation des Sondervereins?

R.S.: Im heutigen Multimediazeitalter wird der Internetpräsentation ungeheuer große Aufmerksamkeit geschenkt. Unsere SV-Homepage lebt von vielen aktuellen Berichten und Fotos. Etwas enttäuscht bin ich über die Schreibfreudigkeit für die Presse und das Internet. Hier schlummern in unserem SV noch unentdeckte Talente.

Wir danken dir recht herzlich für deine Ausführungen und wünschen dir eine erfolgreiche Arbeit im SV zum Wohle der Federfüßigen Zwerge.

Rudi Ehrhardt
(Internetbeauftragter)

 

 

 

 

 

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